Verkörpertes Mitgefühl als innerer Weg
Bern: So, 30.08.2026 09:30 - 18:30
Beschreibung
Selbstmitgefühl ist in uns allen angelegt. Es gehört zu den ursprünglichsten menschlichen Ressourcen und ist dennoch oft schwer zugänglich. Viele Menschen begegnen sich selbst zunächst mit innerer Kritik oder mit antreibenden und schützenden Anteilen, die Sicherheit geben oder Erwartungen erfüllen wollen. Der liebevolle, haltende Anteil bleibt dabei häufig im Hintergrund oder zeigt sich nur zaghaft. Das kann uns innerlich schwächen und den Zugang zu unserer eigenen Kraft und Lebendigkeit erschweren. An diesem Thementag wenden wir uns der Frage zu, warum das so ist. Anhand bewährter theoretischer Modelle nähern wir uns dem Verständnis von Selbstmitgefühl. Wir beleuchten, wie Mitgefühl entsteht, welche Rolle Leiden dabei spielt und weshalb es uns oft schwerfällt, uns selbst mit Wohlwollen zu begegnen. Dabei schauen wir auf grundlegende Zusammenhänge der Emotionsregulation und auf die Funktion des inneren Kritikers, der meist mehr schützen als schaden will. Gleichzeitig bleibt Selbstmitgefühl nicht auf der Ebene des Verstehens. Es möchte erfahren werden. Im Laufe des Tages nehmen wir uns Zeit, uns selbst zuzuwenden, zu spüren und dem zu begegnen, was sich im Inneren zeigt. In achtsamer somatischer Praxis erkunden wir, wie sich eine mitfühlende innere Haltung im Körper verankern lässt und wie sie uns dabei unterstützt, bei uns selbst anzukommen. Verkörpertes Mitgefühl ist keine Technik, sondern eine grundlegende innere Haltung. Ganzheitliches Embodiment entsteht dort, wo wir mit unserem Erleben im Körper bleiben können – auch dann, wenn es schwierig, unangenehm oder widersprüchlich wird. Mitgefühl ermöglicht genau das. Es erlaubt, Empfindungen und innere Spannungen wahrzunehmen und zu halten, ohne uns innerlich zurückzuziehen, zu verhärten oder in Kontrolle zu gehen. So wird der Körper zu einem Ort, an dem Präsenz möglich bleibt und Verkörperung tragfähig wird. Der Thementag ist als Forschungsraum gestaltet. Er lädt dazu ein, Selbstmitgefühl zu verstehen, zu erleben und erste Schritte in Richtung einer verkörperten, mitfühlenden Selbstbeziehung zu gehen. Theorie, somatische Praxis, Selbsterforschung und Reflexion greifen dabei ineinander. Im Zentrum steht das Dabeibleiben mit dem, was sich zeigt, in Achtsamkeit, Bewusstsein und verkörperter Präsenz.
Ort der Durchführung
ABENDTEUER SELF, Werkgasse 38, 3018 Bern
